Louis

 

Rasse: Hauskatze

Geschlecht: männlich

Alter: geboren ca. 2012

kastriert: ja

gechippt: ja    

geimpft: ja

FIV - positiv

FELV - negativ

 

Louis wurde von der Frau, die ihm während seiner Jahre auf der Straße oft Futter gab, mit einem bösen Abszess am Auge aufgefunden. Sie brachte ihn zum Tierarzt, wo Louis sofort operiert wurde. Es war zunächst unklar, ob sein Auge überhaupt gerettet werden kann, aber Dank der guten Versorgung während der folgenden 2 Monate ist sein Auge vollständig geheilt. Danach nahm ihn eine Pflegestelle des Vereins auf und kümmert sich nun liebevoll um den hübschen Kerl. 

 

Louis war anfangs extrem scheu. Als er in der Pflegestelle ankam, versteckte er sich über eine Woche lang unter dem Bett und dem Küchenschrank. Nachts benutzte er das Katzenklo und verputzte das Katzenfutter, das für ihn bereitstand. Aber ansonsten war er nicht dazu zu bewegen, sich seinen Pflegeeltern zu nähern. Es war schnell klar, dass Louis während der vielen Jahre auf der Straße den Menschen nicht sehr vertraute oder nicht oft positiven Kontakt zu ihnen hatte. Mit den Katzen im Haushalt verhält es sich komplett anders. Er ist sehr sozial mit ihnen, weiß sich zu verhalten, kennt die Regeln und hat schlichtweg die Ruhe weg, selbst wenn die Jungen und Ungestümen an ihm vorbeisausen. 

 

Er lebt zusammen mit einer gleichaltrigen Katze,  einem 1,5 jährigen Kater und einem 9 Monate alten Mädel. Mit allen kommt er zurecht und lebt harmonisch mit ihnen zusammen. Selbst als die Pflegestelle 5 Kitten fand, die nun auch bis zur Adoption mit im Haus leben, warf es ihn nicht aus der Bahn. Wenn er möchte, sucht er ihre Nähe, wenn nicht, dann sucht er sich einen Platz für sich allein. Er ist nie aggressiv (selbst wenn sich der andere Kater mal aufspielt) und er teilt sein Futter mit jeder weiteren Samtpfote. 

 

Seit er in der Pflegestelle wohnt, haben sich die beiden Volontäre sehr um Louis bemüht. Sie lagen z.B. oft vor dem Küchenschrank und dem Bett und streichelten vorsichtig sein Fell. Sie legten ihm eine Decke unters Bett, so dass er ein gemütliches Versteck hat. Er machte auch bald kleine Fortschritte, fing an zu schnurren, streckte sogar mal ein Bein unter seinem Bauch hervor. Jeden Tag buhlten die beiden  ein wenig um seine Liebe, ließen ihn aber auch in Ruhe, so dass er frei entscheiden konnte, was ihm gefällt und was nicht. Und tatsächlich machte er in den Wochen danach immer weitere Fortschritte und wurde offener. Er begann die Wohnung zu erkunden, fand Lieblingsschlafplätze, ließ sich immer öfter anfassen und kam plötzlich auch tagsüber zum Fressen. Allerdings hat er immer noch eine große Skepsis manchen Dingen gegenüber. 

 

Alltagsgeräusche sorgen noch manchmal dafür, dass er sich versteckt. Das wurde auch so viel besser, ist aber noch ein Thema für ihn. Besuchern zeigt er sich, aber anfassen mag er sich nicht noch lassen. Die Fortschritte sind mühsam für ihn und sie dauern wirklich ihre Zeit. Mit viel Geduld und Toleranz zeigt er aber immer mehr von sich. Er ist ein fantastischer Kerl, der eben nicht immer über seinen Schatten springen kann, der aber einen richtig tollen Charakter hat. 

 

Nun nimmt er am Leben der Familie teil und liegt lieber auf dem Bett als darunter, er ist aber immer noch sehr vorsichtig und zurückhaltend. Er liegt und sitzt oft in der Nähe der Familie, lässt sich streicheln (was er sichtlich sehr genießt, aber die Vorsicht hemmt ihn manchmal), er rennt nicht mehr gleich weg, wenn man bedacht an ihm vorbeigeht, aber er kommt nicht aktiv zum Kuscheln aufs Sofa und zieht sich sofort zurück, wenn ihm etwas nicht geheuer ist. Er bevorzugt die ruhigen und langsamen Bewegungen. Hektik und Eile machen ihn nervös. Beim Streicheln muss man sich ihm auch langsam nähern - dann hat er Zeit, die Situation einzuschätzen und lässt sich auch darauf ein. Er braucht jedoch auch noch Rückzugsorte, in denen er sich verkriechen kann, wenn ihm danach ist. 

 

Er beobachtet sehr was all seine Pflegegeschwister tun und kopiert oft ihr Verhalten. So machte er erste Spielversuche und benimmt sich im Haus oft so wie die anderen es tun. Daher hat er sich auch ganz gut an das Leben einer Wohnungskatze gewöhnt. Er liegt sehr gerne vorm Fenster in der Sonne (lang ausgestreckt und laut schnarchend). Und er schaut auch gerne in die Welt hinaus. Aber es zieht ihn nicht nach draußen. Die gesicherten Balkone verschmäht er und er zeigt auch sonst nicht den Drang mal raus zu wollen. Vielleicht ist er nach all den Jahren auf der Straße ganz froh, nun eine ruhigere Kugel zu schieben, gemütlich auf dem Sofa liegen zu können und regelmäßige Mahlzeiten zu bekommen. Er mag Nassfutter lieber als Trockenfutter und freut sich immer tierisch über gebratene Hühnchenbrust. Beim Futtern zeigt er immer mehr Vertrauen, isst sogar wenn seine Menschen direkt daneben hocken und lässt sich sogar dabei streicheln. Er nimmt auch Leckerlis vorsichtig direkt aus der Hand. Er kratzt nicht an Möbeln, uriniert nicht und ist stubenrein und generell „gut erzogen“ im Haus.

Obwohl er sichtlich die Streicheinheiten genießt, mag er es noch nicht so sehr, wenn man ihn hochhebt. Das ist ihm noch sehr unheimlich, aber die Pflegeeltern üben das mit ihm und er macht auch hier schon kleine Fortschritte. Auch in die Transportbox geht er nicht so gerne. 

 

Wir suchen für Louis eine Familie, die sich vorstellen kann, diesem lieben Kerl mit dem kuschelweichen Fell ein Zuhause zu bieten. Ein Heim, wo er viel Ruhe hat, wo er so sein darf, wie er ist, und wo ihm seine Menschen Geduld und Liebe entgegen bringen möchten. Es kann gut sein, dass es wieder Wochen dauert, bis er sich einigermaßen eingelebt hat. Vielleicht macht er zuerst wieder komplett zu, vielleicht bringt er aber gute Erfahrungen aus der Pflegestelle mit und es wird einfacher für ihn sein, sich an das neue Heim zu gewöhnen. Er ist ein liebenswerter Kater, der das Herz am richtigen Fleck hat. Es braucht aber Zeit und Fingerspitzengefühl, um all seine guten Eigenschaften zum Vorschein zu bringen. Andere gesellige und soziale Katzen sollten auf jeden Fall mit von der Partie sein; das wird ihm das Eingewöhnen sicher erleichterten. Kinder sollten allerdings schon etwas grösser sein und das nötige Einfühlungsvermögen haben. Über seine Hundeverträglichkeit kann die Pflegestelle leider keine Angaben machen. 

 

Es wäre auch schön, wenn er seine Menschen oft bei sich hat. Auch wenn man ihn mal tagsüber nicht sieht, scheint ihm die Anwesenheit der Pflegeeltern wichtig zu sein. So ist die Verbindung zur Pflegemama, die von daheim arbeitet, viel intensiver als zum Pflegepapa, der tagsüber im Büro ist. Louis läuft der Pflegemama während des Tages manchmal hinterher und geht sogar schon zum Streicheln auf sie zu, wenn sie sich vor ihm hinhockt. Er kann aber auch mal gut allein bleiben und ist generell sehr selbstständig.

 

Ein paar Videos mit ihm

https://youtu.be/6jKlvdz1QAA

https://youtu.be/XFdxaB2xaN8

 

 

Ansprechpartner

Martin Scheuermann

0177 7987582

info@nuca-in-deutschland.de

 

 

Update 16.2.2018

 

Louis, auch Häschen genannt, kam vor  6 Monaten zu uns in Pflege. Anfangs war er sehr verschreckt, dann nur noch schüchtern und schließlich wurde er ein absoluter Schmusekater, der den ganzen Tag mit mir im Bett kuscheln würde, und wenn wir besonders müde sind, schlafen wir auch zusammen gekuschelt ein.
Mit den anderen 7 Katzen verschiedenen Alters hat er sich sehr gut arrangiert; es gibt keine Probleme. Er ist zwar nicht unbedingt freundlich oder spielt mit ihnen, aber er ist brav.
Der einzige Unfug, den er anstellt, ist, den Küchentisch zu inspizieren und alle Essensreste in sich reinzustopfen… deshalb muss ich immer den Tisch schnell abräumen, was ja aber nicht unbedingt schlecht ist.
Auch mit den Kindern versteht er sich gut, sogar mit der zweieinhalbjährigen Margareta; nur bei plötzlichen Bewegungen ergreift er noch immer lieber die Flucht.
Ansonsten lief hier alles absolut problemlos. Er ist ein sehr süßer Kater, der jede Familie gut ergänzen würde!